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Voll durchgestartet

2020 wird alles anders… kein sinnloses Internet-Daddeln mehr, Schluß mit stundenlangem Abhängen vor dem Fernseher… stattdessen regelmäßig Yoga, gesundes Essen… und konzentriertes Arbeiten ohne Ablenkung… Disziplin ist das A und O… eine meiner leichtesten Übungen, übrigens… besonders was das konsequente und disziplinierte Leeren einer Gummibärchentüte angeht… inklusive dem Verzehr der weißen und gelben, wohlgemerkt… welche bekanntermaßen geschmacklich stark hinter den roten und grünen abfallen… nun ja… manchmal muss man eben tun, was getan werden muss…

 

Claudia Leins Blog

Zur optimalen Einstimmung auf dieses mit Sicherheit von unglaublichem Erfolg gekrönte Jahr bietet es sich an, Silvester dementsprechend zu begehen… sprich, Rückbesinnung und Innehalten statt hemmungsloser Partysause… in Klausur, gewissermaßen… herrlich, endlich Ruhe… und Zeit für mich… zufällig haben sich die Herren nämlich diesmal entschlossen, aushäusig zu feiern… perfekt… alleine kann man sich sowieso viel besser auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren… spirituell gesehen, quasi… ich werde ein wenig meditieren… philosophieren… mir Gedanken über die Lösung akut anstehender Probleme machen… wie z.B. der Erderwärmung, des Nahostkonflikts, der Flüchtlingsproblematik, etc. … vielleicht sollte ich mir vorsichtshalber die Nummer von Frau Merkel geben lassen… für den Fall, dass mir in diesen Fragen der entscheidende Durchbruch gelingt…

In Anbetracht dieser höchst verantwortungsvollen metaphysischen und geistigen Herausforderungen trifft es sich natürlich ausgesprochen ungünstig, dass die Nachbarn mich spontan zu einem Silvesterfest im kleinen Kreise eingeladen haben… eine Absage käme schließlich einem gesellschaftlichen Affront gleich… nicht auszudenken, was dies für weitreichende Folgen nach sich ziehen würde… aber selbstverständlich werde ich nur kurz bleiben… um der Höflichkeit genüge zu tun, sozusagen… ein, zwei Stündchen… maximal…

Ups… jetzt isses doch ein bisch… bisschen später geworden… war allerdings ein sehr indersss… interessanter Abend… zwar fand mein liebevoll zubereiteter veganer Eintopf nicht ganz den erhofften Anklang… unerklärlicherweise scheint man auf dem Land fettigen Fleischstücken den Vorzug vor Bio-Gemüse zu geben… merkwürdig… aber dafür wird Obst sehr geschätzt… vor allem in flüssiger Form… durch den Alkohol werden die Vitamine wohl noch zusätzlich konserviert… pra… praktisch… und sseehr gesund… jawohll! Habe außerdem wichtige neue Erkenntnisse gewonnen… es exisitiert anscheinend ein Radiosender namens Pallemm… Palermo, oder so ähnlich… auf dem ausschließlich Schlager laufen… Marianne Rosenberg… und Roland Kaiser… vermute, dass dahinter eine verdeckte Operation der CIA steckt… „Santa Maria“ und „Marleen“ in Dauerschleife dürften jeden Staatsfeind in die Flucht schlagen… 

   … muss das sofort Frau Merkel mitteilen… wo war denn jetzt nochmal ihre Nummer…?!

Oh du Fröhliche…

Sonntag
Noch sechs Tage bis Weihnachten. Die Herren haben eine Petition ans bayerische Familienministerium geschickt – sie wollen mich meines Amtes entheben, weil ich weder Plätzchen gebacken, noch Weihnachtsstimmung verbreitet habe. Baue auf die Überlastung von Frau Müller und habe meinerseits einen Hilferuf ans Christkind gesandt – ein bisschen Unterstützung wird man ja wohl verlangen dürfen! Im Keller endlich fündig geworden… gut, nicht die Kartons mit der Weihnachtsdeko, aber Ostereier sehen doch auch recht hübsch aus, am Christbaum… im Kerzenlicht… 

Claudia Leins Blog

Montag
Noch fünf Tage bis Weihnachten. Bin in der Küche auf kleine rundliche Frau mit Teigroller in der Hand gestoßen. Von den Herren die Info bekommen, dass die Familienministerin prompt reagiert, und eine Weihnachtsersatzmutter geschickt hat. Nach Weihnachten kann diese dann in jeder Gemeindeverwaltung zurückgegeben werden. Versucht, wieder Boden gut zu machen, indem ich den Kauf eines Weihnachtsbaumes in Angriff genommen habe… wer kann denn ahnen, dass ganz Bayern dieselbe Idee hatte?! Nach hartem Kampf kümmerliches Bäumchen ergattert. Der Nadelberg macht zumindest im Kofferraum meines Wagens ordentlich was her… Die Weihnachtsersatzmutter hat in der Zwischenzeit 37 Christstollen gebacken und damit das Wohnzimmer dekoriert. Keine Nachricht vom Christkind…

Dienstag

Noch vier Tage bis Weihnachten. Mit der entsetzlichen Erkenntnis aufgewacht, dass zu einem ordentlichen Heiligabend Geschenke gehören – kein Stück davon bis jetzt erworben… Mein Vorschlag gegenüber den Herren, sich dieses Jahr mal nichts zu schenken – als neue und spannende Erfahrung, quasi – wurde rüde mit glatter Mehrheit abgeschmettert. Daraufhin vorsichtigen Blick aufs Konto geworfen, was zu massiver Kreislaufschwäche geführt hat – unglaublich, was so ein Weihnachtsfest heutzutage kostet… Beim Betreten der Küche von Weihnachtsersatzmutter mit steinharten Pfeffernüssen beschossen worden – das Modell scheint etwas außer Kontrolle geraten zu sein. Immer noch keine Nachricht vom Christkind – ist das zu fassen…?!

Mittwoch

Noch drei Tage bis Weihnachten. Beim Versuch, in der Innenstadt irgendwelche Weihnachtsgeschenke zu erwerben, gerade noch mit dem Leben davongekommen. In der Drehtür eines Haushaltswarengeschäftes mit einem rotierenden Bratentopf kollidiert. Gusseisern. Hübsch, die Sternchen vor den Augen… sehr weihnachtlich… können allerdings in Verbindung mit offenbar gesundheitlich bedecklichen Glühweindämpfen auch ohne Genuss desselben zu leichtem bis mittelschweren Delirium führen. Zuhause bei Besichtigung der Beute festgestellt, dass eine der Einkaufstüten wohl vertauscht worden ist – statt pädagogisch wertvoller Literatur für die Herren bin ich nun im Besitz von einem guten Dutzend wollener Herrenunterhosen, Größe XL. Mit Eingriff.

Donnerstag

Noch zwei Tage bis Weihnachten. Die Weihnachtsersatzmutter hat sich in der Küche verbarrikadiert und bombadiert jeden mit Lebkuchen, der es wagt, den sorgfältig aufgeschichteten Früchtebrotwall zu besteigen. Diese Maßnahme vom Familienministerium war wohl noch nicht ganz ausgereift… zumindest ist nun genügend Gebäck vorhanden. Vor der Haustür das Christkind im manischen Zickzacklauf entdeckt – eindeutig Burnout-Syndrom. Psychiatrischen Notdienst gerufen – Christkind wurde in Klinik abtransportiert. Den Nachbarn mit den wollenen Unterhosen beschenkt. Stieß jedoch nicht auf ungeteilte Zustimmung – die Größe des Eingriffs war wohl das Problem… Auf der Suche nach Schutz vor dem Beschuss aus der Küche endlich die Kisten mit dem Weihnachtsschmuck entdeckt. 

   

Halleluja – jetzt kann nichts mehr schiefgehen!

Loslassen für Profis – Teil 2

Erschütternde Nachrichten erreichen mich aus Spanien, wo – wie bereits erwähnt – Sohn Nr. 2 zum Auslandssemester weilt: In ganz Madrid gibt es anscheinend keinerlei vegetarische Wurst- oder Fleischwaren – ist das zu fassen?! Damit bestätigen sich meine übelsten Befürchtungen – das Kind ist in einer kulinarischen Wüstenregion gelandet, und wird höchstwahrscheinlich demnächst einen qualvollen Hungertod erleiden. Ein Schreckensszenario, welches mit Sicherheit jeder liebenden Mutter Albträume beschweren würde. Keine Frage – es besteht akuter Handlungsbedarf… sofortige Erste-Hilfe-Maßnahmen müssen eingeleitet werden! Also in Windeseile Flugticket nach Madrid gebucht, und sich mit einer großen Menge vegetarischer Schnitzel im Gepäck auf den Weg ins Gemüsefeindliche Ausland begeben…

 

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Doch bereits am Flughafen drohen ernsthafte Probleme – ungeachtet meiner wichtigen Rettungsmission will man mir verweigern, die dazu dringend benötigten Utensilien mitzuführen… nein, nicht die vegetarischen Schnitzel… irritierenderweise geben meine ordnungsgemäß in durchsichtige Plastiktüten verpackten Basis-Kosmetika Anlass zur Beanstandung… übrigens ganz entzückend, diese winzig kleinen Fläschchen und Döschen… habe mich gleich mit dem Nötigsten eingedeckt… schließlich muss man auf Reisen stets auf alles gefasst sein… was, wenn mir mitten im spanischen Großstadtdschungel plötzlich ein Fingernageln abbricht… oder meine Frisur im hitzigen Tagesgeschehen plötzlich in sich zusammenfällt?! Nicht auszudenken… wobei die Herrschaften von der Flugsicherheitskontrolle für solche lebensentscheidenden Fragen offenbar kein Verständnis haben… völlig absurd, diese übertriebenen Sicherheitsvorkehrungen… wie soll man denn in Spanien als Blondine korrekt auftreten, wenn einem dabei nur eine winzige Menge Renovierungsbedarf zur Verfügung steht?! Leider erweisen sich die Sicherheitsleute als immun gegen jegliche vernünftige Argumentation… unglaublich, was für Diletanten am Flughafen tätig sind… werde auf die Herrschaften verweisen, wenn ich bei Ankunft in Madrid wegen ungebührlicher Blässe und fehlendem Lipgloss verhaftet werde…

Was zum Glück nicht geschieht – offenbar sind die Gesichtskontrollen am Madrider Flughafen nicht ganz so streng, wie gedacht. Allerdings ist auch weit und breit kein freudestrahlender Sohn mit Willkommensbanner und gigantischem Blumenstrauß in Sicht. Merkwürdig… nicht, dass der Nahrungsmangel das arme Kind bereits derart geschwächt hat, dass es unterwegs ohnmächtig geworden ist… oder womöglich aufgrund seiner labilen Verfassung ein Opfer der hier bekanntermaßen an jeder Ecke lauernden Verbrecher wurde… Am Besten, ich informiere umgehend einen der Polizeibeamten, die gerade… ah, ein Anruf des Sohnes… Gott sei Dank… er ist noch am Leben… hat allerdings keine Zeit mich am Flughafen abzuholen… ich soll einfach die U-Bahn nehmen… würde nur eine halbe Stunde dauern… ach… äh… nun… eigentlich könnte man durchaus etwas mehr Begeisterung erwarten, wenn die heißgeliebte Mutter sich gegen alle Widerstände auf den beschwerlichen und kräftezehrenden Weg ins weit entfernte Spanien begibt… 

   … aber Hauptsache, dem Kind geht es gut, nicht wahr…?!

Apfel, Nuß und Pudels Kern

Samstag

Der Plätzchen-Countdown läuft – dieses Jahr werde ich es endlich schaffen, meine Nachbarin beim Plätzchenbacken zu überholen. Habe dazu schon vor Wochen heimlich eine gut versteckte Kamera vor dem Küchenfenster der Dame installiert, so dass mir keinerlei feindliche Backbewegungen im nachbarlichen Hause entgehen. Bis jetzt alles ruhig – laut Aufzeichnung der Mini Cam wurden noch nicht einmal Backzutaten käuflich erworben. Werde zur Sicherheit sämtlich Mehl- und Zuckervorräte im Umkreis von 10 Kilometern aufkaufen, um meinen Vorsprung zu halten.

 

Claudia Leins Blog

Sonntag

Verdammt – ein Kleinlaster vor dem Hause der Nachbarn versperrt mir die Sicht auf den Ort des Geschehens. Anscheinend hat sich die Nachbarin ihre Backzutaten im Internet besorgt – geschickter Schachzug, den ich bei meiner Planung leider nicht bedacht hatte. Ärgerlich… dabei habe ich mich genau an die Regeln aus dem Handbuch für die Kunst des Krieges gehalten…  hätte mir ja auch mal jemand sagen können, dass es bei den Chinesen im 18. Jahrhundert noch kein Internet gab.

Montag

Beim Auswechseln der Kamera vom Baum gefallen. Durch den Krankenhaus-Aufenthalt ging wertvolle Backzeit verloren, die nun dringend aufgeholt werden muss. Wenn ich das leider etwas unscharfe Bild durch mein Fernglas richtig interpretiere, ist die Nachbarin immer noch bei der Zubereitung des Stollen- und Lebkuchen-Gebäcks. Spontan beschlossen, meinen Zeitplan abzuändern – werde mit den Butterplätzchen starten. Eine radikale, aber unumgängliche Maßnahme.

Dienstag

Die Zeit wird knapp – habe im Nachbarhaus einen als Schokoladen-Nikolaus getarnten Spion eingeschleust, der mir stündlich über die Backfortschritte in der feindlichen Küche Bericht erstattet. Wie ich seinen – allerdings durch das Rascheln des Stanniol-Papiers etwas verzerrten – Äußerungen entnehme, befindet sich die Nachbarin gerade beim Verzieren des Spitzgebäcks. Werde knallhart mit Vanillekipferln kontern – wäre doch gelacht, wenn ich diesmal nicht den Sieg davon tragen würde!

Mittwoch

Die Schlacht ist vorbei. Nach tagelangen Kampfhandlungen mit schweren Verlusten auf beiden Seiten – der Kater der Nachbarn erlitt einen Zuckergussschock und liegt seitdem im Plätzchen-Koma, und hier sind dem feindlichen Beschuss mit scharfen Kokosmakronen ein Adventskalender, sowie zwei Rauschgoldengel zum Opfer gefallen – wurde ein Waffenstillstand zwischen den beiden Parteien geschlossen. Allerdings erst nach Einschreiten der NATO und einer bewegenden Ansprache von Bundespräsident Steinmeier.

Es wurde vereinbart, die Waffen bis nach den Feiertagen ruhen zu lassen, um es den jeweiligen Streitkräften zu ermöglichen, genügend Munition für den danach unmittelbar bevorstehenden Ostergebäck-Wettkampf zu beschaffen.    

Hochleben leicht gemacht


Unfassbar, was manche Menschen für einen Aufwand treiben, nur weil sie Geburtstag haben… direkt absurd… wobei die Tatsache, dass vor genau 35 Jahren… nun gut – 41… oder… äh… also, dass zu diesem Zeitpunkt eine reizende Blondine das Licht der Welt erblickt hat, durchaus Grund zum Feiern ist… doch bitte alles in einem vernünftigen Rahmen… maximal 100 Gäste… dazu ein wenig Livemusik… (…falls Michael Bublé nicht verfügbar sein sollte, tut es auch eine einfache Big Band…)… und beim Catering darf’s ruhig ebenfalls etwas Schlichtes sein – ein Sechs-Gänge-Menü reicht vollauf… ganz bescheiden eben… dem Anlass angemessen… höchstwahrscheinlich wird allerdings der Bürgermeister es sich nicht nehmen lassen, mir als prominentestes Mitglied der Gemeinde seine Aufwartung zu machen… sollte vielleicht vorsichtshalber eine kleine Dankesrede einüben…

 

Claudia Leins Blog

Wirklich beeindruckend übrigens, wie diskret die Vorbereitungen für meine Überraschungsparty ablaufen – man könnte fast meinen, dass überhaupt nichts in Planung ist… aber so leicht lässt sich eine mit kriminalistischem Spürsinn gesegnete Jubilarin nicht täuschen – ich habe natürlich längst durchschaut, dass es sich bei dieser fast schon demonstrativ zur Schau getragenen Gleichgültigkeit meinem anstehenden Festtag gegenüber um ein reines Ablenkungsmanöver handelt… die Frage ist nur, was ich zu der Feier anziehen soll – eher klassisch im Abendkleid, oder doch lieber traditionell im Dirndl…?! Dazu müsste man unbedingt Genaueres über die Gestaltung der Festlichkeiten wissen… bei meinen diesbezüglichen vorsichtigen und äußerst diskreten Nachforschungen bin ich allerdings auf völliges Unverständnis gestoßen… sehr gut gespielt, muss ich sagen… Respekt… werde einfach zur Sicherheit mehrere Outfits in die engere Auswahl nehmen, die sich dann bei Bedarf relativ rasch überstreifen lassen…

Der große Tag ist da – endlich! Habe zwar eigentlich erwartet, von Fanfarenstößen der örtlichen Blaskapelle geweckt zu werden, aber es ist ja auch noch früh am Tage… außerdem sind angesichts der staatstragenden Feierlichkeiten noch etliche zwingend notwendige Verschönerungsarbeiten an meinem Äußeren durchzuführen… man will sich schließlich von seiner besten Seite zeigen in der Öffentlichkeit… nach einem erfrischenden mehrstündigen Aufenthalt im Spa und Wellnessbereich des Hauses… nun gut – dem Bad… bin ich soweit, die Glückwünsche und Huldigungen meiner zahlreichen Gratulanten entgegenzunehmen… dabei fällt mir ein – ob daran gedacht wurde, im Eingang genügend Platz für die Unmengen an Geschenken zu schaffen?! Werde das gleich mal überprüfen müssen…

Merkwürdig… immer noch keine Menschenseele in Sicht… offenbar werden meine Geburtstagsgäste durch ein unerwartetes Ereignis aufgehalten… möglicherweise eine Naturkatastrophe… ich meine, gestern etwas von einem heranziehenden Hurrikan in den Nachrichten… wie, es ist gar keine Überraschungsparty geplant…?!

 

   Sag ich doch – es geht nichts über eine gemütliche Geburtstagsfeier im engsten Familienkreise…

Loslassen für Profis

Das Studium von Sohn Nr. 2 beinhaltet ein Auslandssemester – im Prinzip wirklich eine großartige Sache… schon allein in Hinblick auf spätere Bewerbungen… und für die persönliche Entwicklung, natürlich… zur Förderung der Selbständigkeit, z.B… gerade als Rabenmutter kann man deshalb einen Auslandsaufenthalt des Kindes nur begrüßen…

Wenn nur die anderen Länder nicht immer so weit weg wären… und so fremdländisch, irgendwie… nicht dass ich etwa ein Problem mit dem Loslassen hätte – keineswegs!! Ich denke nur, dass sich rein von der Entfernung her Norddeutschland wesentlich besser für einen Studienaufenthalt eignen würde… zumal gerade als Bayer die Sprachbarriere dort ebenfalls eine große Hürde darstellt, die es zu nehmen gilt… außerdem… andere Sitten und Gebräuche gibt es schließlich auch in Hamburg zu Genüge, oder…?! Mir völlig unverständlich, warum die Universität diesen Vorschlag meinerseits nicht einmal in Erwägung gezogen hat…

 

Claudia Leins Blog

Nun gut… dann eben Spanien… Madrid… zum Glück habe ich in dieser Hinsicht keinerlei Vorurteile… ganz im Gegenteil – seit jeher zeichnet mich eine schon fast sprichwörtliche Weltoffenheit aus… aber es ist ja wohl allgemein bekannt, dass in einer derartigen Großstadt an jeder Ecke entsetzliche Gefahren lauern… Taschendiebe, Räuber, Entführer, Drogendealer… eine Brutstätte der Kriminalität, quasi…. was allerdings Sohn Nr. 2 trotz meiner plastischen Schilderung sämtlicher unmittelbar bevorstehenden bedrohlichen Szenarien keineswegs davon abhält, an dem unsinnigen Plan, nach Spanien zu gehen, festzuhalten… sehr ungute Eigenschaft, diese Halsstarrigkeit… von mir hat er das definitiv nicht…

Bedauerlicherweise war auch mein diskreter Verweis auf die zarte Konstitution und seelische Empfindsamkeit meines Sohnes, welche durch einen derartigen Auslandsaufenthalt schweren Schaden nehmen dürfte, bei seiner Uni nicht von Erfolg gekrönt… das Auslandssemester ist offenbar Pflicht… ach… in dem Fall gebietet es zumindest, das Kind heil und sicher mit dem Auto nach Madrid zu kutschieren… um unterwegs noch einmal eindringliche Ermahnungen in Bezug auf die Unwägbarkeiten im fremden Lande auszusprechen… und so ein Mutter-Sohn Ausflug ist doch immer etwas ganz Wunderbare… ah, das Kind will fliegen… Fliegen…?! Heutzutage…?! Mit all den Terrorwarnungen…?! Soll ich denn dann nicht wenigstens mit… nur zur Sicherheit, sozusagen…?! Nein…?!

 

   Also, meiner Ansicht nach ist das mit dieser Selbständigkeit der Kinder völlig überbewertet…

Heldin des Internets

 Heldin des Internets

Ein Block…?! Wie bitte soll man denn damit die Welt an den faszinierenden Gehirnwindungen reizender Blondinen teilhaben lassen?! Davon abgesehen, dass meine Schrift jetzt nicht unbedingt… ach so, ein Blog… selbstverständlich ist mir das ein Begriff… schließlich bin ich ja nicht von gestern… und in den Neuen Medien durchaus bewandert… z.B. dieses… äh… Dings… mit den Videos… YouTube, genau… sag ich doch… oder Facebook… da wo man immer das Daumen-hoch-Zeichen anklicken kann… mit den vielen lustigen Gesichtern obendrüber… wie, liken?! Ja, äh… eigentlich auch egal, wie man das nennt… Hauptsache ist doch, dass ich so viele Freunde habe… fast 100… woran man deutlich erkennen kann, wie unglaublich beliebt ich bin… gerade eben erst kam wieder eine neue Freundschaftsanfrage rein… ein gewisser „Sweet Bear“ möchte mit mir befreundet sein… wie nett… kenne den Herrn zwar nicht, aber sein Profilfoto sieht sehr sympathisch aus… auch wenn er ein bisschen zu wenig anhat, für meinen Geschmack… werde ihn gleich mal darauf aufmerksam machen, dass ein knappes Tanga-Höschen bei diesen Außentemperaturen der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich ist… 

Claudia Leins Blog

Jedenfalls… ein Blog, also… großartige Idee… sollte mir zunächst einmal überlegen, mit welchem Outfit ich meinen zahlreichen Lesern gegenübertreten möchte… wie?! Gut, von mir aus auch Follower… meine treue und umfangreiche Fangemeinde, halt… auf jeden Fall will das mit der äußeren Erscheinung gut überlegt sein… schließlich steht man als erfolgreiche Bloggerin ununterbrochen im grellen Licht der Öffentlichkeit… rote Teppiche… Interviews… Fototermine… was?! Natürlich muss ich dazu erst einmal einen Blog erstellen… schon klar…

Aber nichts leichter als das für einen Medienprofi wie mich… kurz etwas Handwerkszeug bereit legen… äh… hoppla… falsch… so, jetzt passt’s… gibt nämlich nichts Wichtigeres, als gepflegte Nägel beim Tippen…

Gut, dann… los geht’s… vorher vielleicht noch ganz kurz schauen, was sich zu dem Thema alles im Internet finden lässt… aha… Hosting… Domain… Plugins… ja, äh… interessant…

 

    Eine Frage drängt sich dabei allerdings förmlich auf: Brauche ich wirklich einen Blog?! Und was zur Hölle ist HTML…?!

Die Corona-Blondine – Teil 3

Die Corona-Blondine, Teil III

Man muss das Ganze auch positiv sehen – endlich bleibt nun Zeit für all die Dinge, die man schon längst in Angriff nehmen wollte… wie z.B. den ultimativen Roman zu schreiben, der mit Sicherheit sofort die Bestsellerlisten stürmen wird… oder ein geniales Serienkonzept zu entwickeln, um das sich sämtliche Streamingdienste reißen… der Kreativität und künstlerischen Freiheit sind keine Grenzen gesetzt. Jetzt, wo das Alltagsgeschäft gezwungenermaßen zum Erliegen gekommen ist, können die Gedanken wieder ungehemmt fließen, die Ideen nur so sprudeln…

 

Claudia Leins Blog

Nun ja… äh… vielleicht sollte ich vorher noch eine Kleinigkeit essen… mit leerem Magen kann doch kein Mensch arbeiten… schon gar nicht bei so einem wichtigen kreativen Prozess… wie ich übrigens gerade im Zuge einer (…natürlich ausschließlich investigativen…) Recherche im Internet gelesen habe, beansprucht das Gehirn rund 17 Prozent des Gesamtenergiebedarfs des Körpers… wow… kein Wunder, dass ich ständig so ausgehungert bin… erstaunlich ist dabei bloß, dass ich noch nicht unter akutem Untergewicht leide… sollte darüber mal bei einer Tasse Kaffee und einer Packung Schokoladen-Doppelkekse gründlich nachdenken…

So, nun aber wieder frisch ans Werk… ich kann bereits förmlich spüren, wie mich die Muse küsst… ach… äh… nein, das war nur der Hund mit seiner kalten Schnauze… igitt… wobei… ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft könnte eigentlich nicht schaden… um das Gehirn mal ordentlich durchzupusten, quasi… außerdem kommen einem draußen oft die besten Ideen… die Schönheit der Natur ist ja unglaublich inspirierend…

Danach schnell zurück an den Schreibtisch… jetzt gibt es kein Halten mehr, die Finger fliegen geradezu über die Tasten… und schon ist es vollbracht – der erst Satz steht! Okay, das erste Wort… aber immerhin… der Anfang ist schließlich das Schwerste… kann man überall nachlesen… doch wenn der erst mal gemacht ist, geht alles praktisch wie von selbst… oder so…

 

 

Hm… möglicherweise mangelt es mir einfach etwas an Inspiration… weshalb es eventuell nicht schlecht wäre, ganz kurz einen Blick in das aktuelle Netflixprogramm zu werfen… selbstverständlich rein interessehalber… bloß als Anregung, sozusagen… 

   Und morgen, da geht’s dann richtig los… garantiert!

Die Corona-Blondine – Teil 2


Die ganze Debatte über Hamsterkäufe ist mir völlig unverständlich… bei einer vernünftigen Vorratshaltung erübrigt sich schließlich jegliches Hamstern… ich kaufe ja grundsätzlich von allem immer die doppelte Menge… nur für den Fall… und bin somit bestens für alle Eventualitäten gerüstet… weshalb ich auch trotz der aktuellen Klopapierknappheit den kommenden Wochen beruhigt entgegensehen kann… die ganze Aufregung darum scheint mir insgesamt doch recht übertrieben… wobei die Vermutung naheliegt, dass es sich bei der Sehnsucht nach ausreichend Toilettenpapier offenbar um ein essentielles Grundbedürfnis des Menschen handelt… interessant… vor allem aus wissenschaftlicher Hinsicht… vielleicht sollte man da…

 

Claudia Leins Blog

Oh, halt – nur noch eine Packung Klopapier im Keller?! Wie kann das sein?! Gegen diesen akuten Notstand muss sofort etwas unternommen werden… nicht auszudenken, wenn mich plötzlich ein dringendes Bedürfnis überkommen sollte und der Griff nach der rettenden Papierrolle dabei ins Leere geht… grauenvolle Vorstellung! Doch in dem eiligst aufgesuchten Drogeriemarkt dann der Schock – verwaiste Regale…?! Eine Welt ohne Klopapier?! Das ist definitiv das Ende der Zivilisation… die intelligente und umsichtige Benutzung von Toilettenpapier stellt ja einen der grundlegenden und wesentlichen Unterschiede zwischen Mensch und Tier dar… oder hat irgendjemand schon mal einen Löwen gesehen, der sich den Hintern mit… nun ja…

 

Egal – so schnell gebe ich nicht auf… irgendwo muss es doch noch einen Rest dieses kostbaren Blattwerkes geben… ich wäre im Zweifelsfall sogar bereit, von 4-lagig Ultra Soft auf dreilagig umzusteigen… oder (…aber nur, wenn es wirklich zum Äußersten kommen sollte…) möglicherweise auch auf eine dieser Öko-Recyclingrollen… doch so weit wird es hoffentlich nicht kommen…

Die Lage spitzt sich dramatisch zu – nur noch zwei Rollen… in den Geschäften wird die Herausgabe von Klopapier inzwischen streng rationiert… vor den Regalen entbrennen heftige Kämpfe um die letzten verbleibenden Packungen… auf den Straßen blüht der Schwarzmarkthandel mit völlig überteuerten Toilettenpapier-Plagiaten aus Thailand… die Polizei ist im Dauereinsatz… Anlageberater empfehlen Klopapieraktien statt Goldbarren… Söder überlegt, sämtliche Autoherstellungsbetriebe auf die Produktion von Klopapier umzustellen…

 

    Ah, ich habe eine Packung Klopapier ergattert… 20 Rollen… die Welt ist gerettet.

Die Corona-Blondine – Teil 1

   

Gerade einer Situation wie dieser, die uns alle vor große Herausforderungen stellt, ist es besonders wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren. Was für mich überhaupt kein Problem darstellt. Umsicht und Besonnenheit wurden mir ja quasi bereits in die Wiege gelegt… man könnte sogar sagen, ich bin ein steter Quell unerschütterlicher Ruhe und Gelassenheit… weshalb es mir auch bestens gelingt, trotz der täglichen Flut an negativen Schlagzeilen immer entspannt und relaxed zu bleiben… okay, bis auf diesen einen… völlig unerheblichen, minimalen Zusammenbruch… der echt nicht der Rede wert war… total übertrieben, dass die Nachbarn deswegen gleich den Notarzt rufen wollten… angeblich hätte ich wie am Spieß geschrien… lächerlich… außerdem – ich war bestimmt nicht die Einzige, die bei der Nachricht, dass sämtliche Frisöre und Kosmetikstudios geschlossen werden müssen, einen schweren Schock erlitten hat, oder…?!

 

Claudia Leins Blog
Zum Glück kann ich mit einer derart traumatischen Erfahrung bestens umgehen – schließlich bin ich in der Kunst der Entspannung ausgesprochen bewandert… Meditieren ist sozusagen eine meiner leichtesten Übungen… dazu nehme ich einfach mein kürzlich erworbenes Meditationskissen… pink, mit kleinen Om-Zeichen, sehr stylisch… stelle meinen Meditationstimer ein, setze mich bequem in den Schneidersitz… Sekunde, muss nur noch die richtige Position finden… vielleicht sollte ich mich statt dem Kissen doch lieber auf einen Stuhl… oder die Beine ausgestreckt…?! Oh nein, was seh ich denn da – der Nagellack an meinem großen Zeh ist abgesplittert…?! Ein Desaster! Das muss sofort behoben werden… Moment…
So, nun geht’s los… Augen schließen, den Atem fließen lassen, die Gedanken abschalten… hat da gerade mein Handy gepiepst?! Könnte wichtig sein… sicherheitshalber sollte ich da mal einen Blick drauf werfen… dabei fällt mir ein, ich müsste auch dringend noch ein kurzes Telefonat erledigen… bin gleich wieder da…

Ja, äh… hat leider nun doch etwas länger gedauert… aber jetzt! Die Achtsamkeit auf den Atem richten… Gedanken loslassen… ob ich mir heute zur Abwechslung mal etwas richtig Gesundes zum Frühstück gönne?! Stärkt immerhin das Immunsystem… also, Obst, Müsli, Joghurt… wobei, ich könnte mir natürlich auch was vom Bäcker… das Handwerk muss schließlich unterstützt werden… besonders in Zeiten wie diesen… bleibt nur die Sache mit den Kohlehydraten… und wenn ich abends dafür dann bloß Salat…?! Eigentlich ein ziemlich komisches Wort „Salat“… wo das wohl herkommt?! Ich mein, wieso heißt es denn nicht Blätterdings… oder Grünblatt… oder so… hm… Brezeln oder Vollkornsemmeln?! Und dazu nur ein wenig Margarine… auf gar keinen Fall Nutella… oder eventuell einen winzig kleinen Löffel voll?! Mehr auf jeden Fall nicht… wenn überhaupt… obwohl, wenn ich die Semmel weglasse… ach, die Meditation ist schon zu Ende…?! So was…

 Tja, wenn man richtig meditiert, vergeht die Zeit eben wie im Flug …