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Immer schön flexibel bleiben

Das Leben ist ja immer im Fluss – nichts dauert ewig, alles ändert sich… da trifft es sich gut, wenn man so wie ich völlig entspannt und flexibel auf jegliche Art von Veränderung reagieren kann. Meine Devise: Stets offen für Neues bleiben, dann kann einen nichts mehr aus der Bahn… Moment mal – wieso finde ich meinen Lieblingstee, den ich seit Jahren trinke, nicht mehr auf der Website des Anbieters?! Handelt sich bestimmt nur um ein Versehen… am besten, ich weise die Leute von dem Online-Shop gleich mal darauf hin… nicht, dass sie durch diesen gravierenden Fehler noch finanzielle Einbußen erleiden… schätze, sie werden mir außerordentlich dankbar sein, dass ich als aufmerksame Konsumentin die Lage so gut im Blick habe…

Claudia Leins Das Montagsbulletin
Ich bin zutiefst geschockt – der Tee wurde einfach aus dem Programm genommen… ist es zu fassen…?! Angeblich würde diese Sorte nicht mehr den Geschmack der Kunden treffen… was schlichtweg nicht stimmt… immerhin habe ich diesen Tee ja regelmäßig gekauft, oder nicht?! Also, zumindest hätte man mich als jahrelange treue Kundin in diesen Entscheidungsprozess mit einbeziehen können… immerhin hat mein exzessiver Teekonsum die Firma quasi vor der Insolvenz bewahrt… aber meine eindringlichen Appelle, dass ich ohne diese Teesorte praktisch nicht leben kann, wurden einfach ignoriert… obwohl ich sogar angeboten habe, ihnen im Falle einer Exklusiv-Lieferung an mich etwas mehr zu bezahlen… unerhört, wie heutzutage mit Kunden umgegangen wird!!

Die Dame am Telefon hat obendrein noch die Frechheit besessen, mir vorzuschlagen, auf eine andere Teesorte umzusteigen – lächerlich… was für eine völlig absurde Vorstellung… das kommt überhaupt nicht in Frage! Ich werde jetzt sofort im Internet recherchieren und meine gesamte Zeit darauf verwenden, diese Teesorte woanders aufzutreiben… irgendwo wird sie sich schon finden lassen… alles andere wäre schlichtweg eine Katastrophe…

    Denn schließlich habe ich diesen Tee schon immer getrunken… und so muss es unbedingt auch bleiben…

Das Runde muss ins Eckige


Die EM hat begonnen! Fußball ist doch immer ein Quell der Freude… trotzdem sollte ich vielleicht vorsichtshalber sämtliche Türen und Fenster verriegeln… nur für den Fall, dass… verdammt, ich habe den ersten Stock vergessen – in Deutschlandfahnen gewickelte Nachbarn sind soeben über den Balkon eingedrungen. Der Plan, die feindlichen Truppen mit Bier und Chips zu beruhigen, ist leider im ersten Anlauf gescheitert… bin beim Versuch, Beruhigungsmittel in die Bierflaschen zu träufeln, ertappt worden… zur Strafe wurde ich dazu verdonnert, das Spiel in der rechten Ecke stehend anzusehen.
Claudia Leins Blog
Wieso gibt es eigentlich mehrere Spiele am Tag?! Wer zur Hölle hat sich das ausgedacht?! Die Chips- und Bierbestände sind bereits bedenklich geschrumpft – ein Vorwand, der sich andererseits ausgezeichnet zur Flucht nutzen lässt. Im Supermarkt herrscht gähnende Leere… sehr angenehm… obwohl… nicht, dass womöglich außer-terrestrische Geschwader endlich damit erfolgreich waren, Bayern einzunehmen… ich muss der Sache unbedingt auf den Grund gehen… ah, nein… bei unbefugtem Eindringen in den Personalbereich klärt sich zum Glück die Situation – Fußball flimmert über einen Fernseher. Mein eilig gestellter Asylantrag wurde allerdings vom Geschäftsführer des Ladens abgelehnt.

Wieder zurück Zuhause unterläuft mir ein schwerer Fehler beim Beliefern der fest in Feindeshand befindlichen Couch mit Speisen und Getränken – ich habe irrtümlich die aufs Tor stürmende Mannschaft für freundlich gesinnt gehalten… was einen einstündigen Vortrag über Abseitsregel bei Wasser und Brot zur Folge hat.

    Habe jetzt im Keller einen EM-Bunker eingerichtet und sende stündlich SOS – bis jetzt keine Antwort… Hilfe!!!

Sitz und Platz

Ich denke, es steht außer Frage, dass ich als Blondine und Hundebesitzerin in Bezug auf das Thema Hundeerziehung ebenfalls über ein umfassendes und sehr fundiertes Expertenwissen verfüge. Weswegen es umso verwunderlicher ist, dass noch kein Fernsehsender mit der Bitte an mich herangetreten ist, meine Fachkompetenz in einem entsprechenden Format zu präsentieren. Zumal ich ja auch optisch durchaus einen reizvollen Gegenpol zu Herrn Rütter und Kollegen bilden würde… nun gut… vorausgesetzt, die Produktion verfügt über eine extrem fähige Maskenbildnerin… und der Dreh findet bei schmeichelhafter Beleuchtung statt… vorzugsweise nachts… mit gedimmtem Licht…

Claudia Leins Autorin

Jedenfalls… im Prinzip ist die Erziehung eines Hundes wirklich kein Hexenwerk – wichtig sind vor allem ein selbstbewusstes Auftreten und klare Anweisungen… damit gelingt es garantiert, selbst schwierige Hunde unter Kontrolle… äh, einen Moment, ich muss nur ganz kurz… Hierher…! Sofort! Jetzt komm schon… bitte! Wenn’s geht heute noch, das wäre nett… oder eben so schnell wie möglich… nein, wir gehen nicht in die Richtung… okay, aber bloß ein paar Meter und dann… Aus… aus!! Nase weg da… nicht buddeln… und keine Mäuse fressen, hörst du?! Hallo…?! Das ist jetzt wirklich die letzte Ecke, an der geschnüffelt wird, verstanden…?! Gut, die eine noch… von mir aus die auch noch… aber dann kommst du endlich, ja…?!

    So, da bin ich wieder… wie gesagt… deutliche und möglichst einfache Kommandos sind entscheidend bei der Hundeerziehung…

Es grünt so grün

Herrlich, so ein Garten… ein Quell des Friedens, der Ruhe… also, theoretisch… praktisch vergeht nämlich keine Minute, in der nicht irgendwo in der Nachbarschaft der Rasenmäher dröhnt… verständlicherweise, schließlich droht bei ungezügeltem Wildwuchs im Garten der völlige Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder seinen Rasen einfach wachsen lassen würde wie es ihm gefällt?! Grauenhafte Vorstellung…

Weshalb ich mir selbstverständlich ebenfalls umgehend einen schicken neuen Rasenmäher zugelegt habe, um dieses Problem quasi von der Wurzel her anzugehen… wobei ich grundsätzlich bemängeln muss, dass diese Geräte, was die Optik angeht, doch schwer zu wünschen übrig lassen… was spricht z.B. gegen eine Lackierung des Gehäuses in frischem Pink?! Oder zumindest ein ansprechendes Blumenmuster auf diesem komischen Auswuchs, der hinten dranhängt… keine Ahnung, wofür der gut sein soll… auf jeden Fall nicht besonders formschön das Ganze… ach, da kommt das abgemähte Gras rein?! Interessant…

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Und damit kommen wir bereits zu einem weiteren Minuspunkt des von mir erworbenen Modells – leider ist mir zu spät aufgefallen, dass man diesen Rasenmäher auch bedienen muss. Bei dem Preis bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass das Teil die Arbeit von alleine bewältigt, während ich mich im Liegestuhl meiner frühsommerlichen Bräunung widme… was im Übrigen eine nicht minder anstrengende Aufgabe darstellt… aber nun gut… zum Glück bin ich ja technisch ausgesprochen versiert, so dass die Bedienung dieser Maschine keine größere Schwierigkeit darstellen dürfte… einfach nur an dieser Schnur ziehen und dann… hm… vielleicht noch einmal mit Gefühl… nichts… offenbar handelt es sich hier um einen Defekt… werde das sofort reklamieren… äh… wie, Benzin?! Woher soll ich denn wissen, dass man den Tank noch auffüllen muss… hätte mir ja auch mal jemand sagen können… aber jetzt frisch ans Werk!

Nach fünf minütigem intensiven und kräftezehrenden Rasenmähens drängt sich eine Frage geradezu auf – wozu brauche ich eigentlich eine derart große Grünfläche?! Wäre nicht ein hübsches Pflaster ein wesentlich ansprechender Anblick?! Davon abgesehen, dass man es schon aus Gründen des Artenschutzes nicht übertreiben sollte mit dem Zurechtstutzen des Rasens…

  Schließlich soll mir niemand nachsagen können, ich hätte kein Herz für Bienen…

Die Sache mit dem Klassentreffen

Soeben ist eine Einladung zum Klassentreffen hier eingetrudelt – oh mein Gott, ist das mit dem Abitur echt schon so lange her?! Ich bin uralt!! Ein Blick in den Spiegel bestätigt diese These. Wo kommen auf einmal die ganzen Falten her?! Kein Wunder, dass ich in letzter Zeit so schlecht gesehen habe – meine Augenlider hängen bis zu den Knien. Und was ist das da um die Lippen herum?! Sieht aus, als hätte mir Angela Merkel ihre Mundwinkel vererbt. Dabei mag ich die Frau noch nicht mal! Habe kurz ernsthaft eine Schönheits-OP in Erwägung gezogen. Jedenfalls, das mit dem Abifest können die vergessen – ich geh auf gar keinen Fall! 

Das Montagsbulletin Claudia Leins 17. Mai 2021


Obwohl… vielleicht wäre es ja doch ganz nett, den ein oder anderen… wo hab ich denn das Abschlussfoto von damals?! Bin bei der Suche auf mumifizierte Kaugummistreifen gestoßen – ob das Menschenkunde-Museum da eventuell Interesse dran haben könnte?! Ah, da ist ja das Foto… Bloß, wer sind all diese Leute… und… haha… die sieht ja wirklich zum Schießen aus – Hasenzähne, Topffrisur und dann noch diese überdimensionalen Schulterpolster… äh, Moment Mal, das bin doch… ähem… habe gerade beim Versuch, das Beweismaterial zu verbrennen leider den Schreibtisch angesengt. Schwamm drüber – zumindest eins steht fest: Die Abifeier findet definitiv ohne mich statt. An dem Wochenende hab ich sowieso schon was vor… und nur wegen so einem komischen Fest durch halb Bayern zu fahren macht überhaupt gar keinen Sinn.



Andererseits könnte es womöglich ganz interessant sein, mal zu schauen, was aus meiner großen Liebe damals geworden ist. Nicht, dass ich an den Typen jemals denken würde. Ist ja auch schon ewig her. Außerdem hab ich wohl was Besseres zu tun, als alten Geschichten hinterher zu trauern. Also ehrlich! Na gut, okay, vielleicht hab ich ihn ein, zwei Mal gegoogelt. Aber nur ganz kurz. Er trägt inzwischen Brille, steht ihm gar nicht so schlecht. Ob er mittlerweile verheiratet ist?! Nicht, dass mich das wirklich beschäftigen würde. Nur so… allgemein. Aber wo ich gerade am Rechner bin… schadet ja nicht, mal einen völlig unverbindlichen Blick auf die Liste zu werfen mit denjenigen, die bereits für das Fest zugesagt haben… Ach, er kommt auch?! Wenn ich’s mir genau überlege… eventuell könnte ich natürlich das ein oder andere verschieben…. und so weit ist es jetzt auch wieder nicht… Wo ist denn eigentlich die Telefonnummer meiner Kosmetikerin?! Einen Frisörtermin sollte ich auch mal wieder ausmachen… dass ich mit Yoga wieder anfange, steht sowieso schon ewig lang fest…

  Und wo zur Hölle sind diese extrem leckeren Diätrezepte aus der Brigitte…?!

Die Freuden des Mutterdaseins


Muttertag! Was für ein wundervoller Brauch… einmal im Jahr können die entzückenden Nachkommen ihrer Dankbarkeit dem Wesen gegenüber Ausdruck verleihen, das sie mit unglaublichem Heldenmut, unter großen Kraftanstrengungen und beispiellos aufopferungswürdig großgezogen hat… hach, schön… bin in Erwartung zahlreicher und kostspieliger Geschenke gestern extra bald Bett gegangen, um rechtzeitig wach zu sein für Frühstück ans Bett, Blumensträuße, Pralinen, Lobgesänge, etc… 



8:00 Uhr – nun gut, vielleicht ist es doch noch ein wenig zu früh am Morgen für ausufernde Muttertagsfestivitäten… zumal die Herrschaften ja sicherlich noch bis tief in die Nacht mit meinen Überraschungen beschäftigt gewesen sind… werde jetzt erst einmal die Hunde lüften… und die Katzen füttern… 



9:00 Uhr – wo ich schon auf bin, könnte ich auch gleich eine Waschmaschine befüllen… und die Spülmaschine anstellen… nur, falls die Jungs, wenn sie kommen, Probleme haben sollten, das passende Geschirr für mein Frühstück zu finden… ah, es ist soweit – ich höre ein Auto ankommen… rasch zurück ins Bett…. will ihnen schließlich nicht die Freude verderben… 



Mohnblume Claudia Leins


9:30 Uhr – was treiben die da unten eigentlich?! Kann ja eigentlich nicht so lange dauern, ein nahrhaftes und köstliches Frühstück für die innigst geliebte Mutter zuzubereiten?! Muss doch mal nachschauen gehen… 



9:31 Uhr – offensichtlich war der Grund für das erstaunlich zeitige Auftauchen der Herren nicht der mütterliche Festtag, sondern ein Basketballspiel, welches dringend auf meinem Fernseher angesehen werden muss… handelt sich wohl um irgendwelche Play Offs, oder so… jedenfalls äußerst wichtig… verständlich, dass da keine Zeit für Muttertags-Vorbereitungen bleibt… Frühstück im Bett ist sowieso komplett überbewertet… diese ganzen Krümel zwischen den Laken… und Butterflecken auf dem Kopfkissen… grauenvoll…  dann werde ich mal Brezeln aufbacken, Eier kochen… und Teewasser aufsetzen… 



11:00 Uhr – Schnittblumen sollen übrigens ausgesprochen umweltschädlich sein… hab ich erst neulich gelesen… und zwar der Anbau derselben… wegen der ganzen Pflanzenschutzmittel… einen derartigen Eingriff in unser Ökosystem darf man keinesfalls unterstützen… davon abgesehen, dass ich gar keine passende Vase zur Hand hätte… 



12:00 Uhr – habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich gegen Schokolade und Pralinen allergisch bin?! Laktoseintoleranz…. zum Glück haben sich die Herren diesbezüglich nicht in Unkosten gestürzt… wäre ja quasi für die Katz gewesen, so gesehen… backe lieber noch schnell einen Erdbeerkuchen… 

    

Im Grunde genommen ist diese ganze Sache mit dem Muttertag doch nur eine reine Konsumgeschichte… ausgedacht von pfiffigen Einzelhändlern… das größte Geschenk für eine Mutter sind schließlich die lieben Kleinen selbst, oder nicht?!